Welcome to Germany. Here you are finally safe!

„Welcome to Germany. Here you are finally safe!“

…lautet der Titel von Rami’s #interkulturellbunt Gastbeitrag auf dem Blog „collettivo antigone“ von Maria Grazia Patania:

https://collettivoantigone.wordpress.com/2016/06/08/welcome-to-germany-here-you-are-finally-safe/.

Rami lernte ich im März bei der Vorbereitung für das 1. Buchclub-Treffen von bonnections im BonnLAB kennen. Maria habe ich erst einige Zeit später und zwar vor ungefähr 2 Wochen flüchtig bei unserer Organisationsrunde zur 3. bonnections-Lesung, welche am 01.06.16 im Haus der Bildung stattfand, kennengelernt. Seitdem trafen wir uns bereits ein paar mal – ihr leckerer, italienischer Pistazienkuchen, den sie zur Auftaktveranstaltung (#SprechBAR) der #BonnSharingWeek mitbrachte, wird mir noch lange in positiver Erinnerung bleiben. 🙂

Warum ihr den folgenden Text von Rami lesen solltet?

Weil er euch sachlich seine „Reise“ von Syrien nach Deutschland schildert und ihr unmittelbar von einem Zeugen unserer Zeit erfahrt, was er erlebte. Vermutlich wird dieser Text noch auf viele weitere Sprachen übersetzt und beim 5. bonnections-Buchclub (der übrigens ursprünglich Rami’s Idee war) unter dem Motto „Reisen“ am 03.08.2016 vorgetragen. Wir von bonnections möchten euch einladen, mit uns in einen interkulturellen Dialog zum Thema „Heimat, Reisen, Neuanfang“ einzutauchen.

 

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Und nun viel Spaß beim Lesen… ♥

 

Auf Englisch: „Welcome to Germany. Here you are finally safe!“ 

Originaltext von Rami

🙂

 

 

Hi everyone!

I am Rami and I come from Syria. I met Maria at the public library in Bonn during the first BookClub meeting in April. On that occasion Larissa Bender introduced her book “Innenansichten aus Syrien”, a collection of stories, interviews and witnesses about Syrian war. Maria offered me some help to learn German and so we started to meet regularly. She also introduced me to this intercultural blog and suggested me to write about my journey from Syria to Germany.

 

Syria used to be a very nice country before the war started, a peaceful and happy country. Suddenly, just out of the blue, we found ourselves in hell. We couldn’t believe that what was going on in Syria was real… At the beginning we thought it was just a matter of time before we could go back again to our normal life. At that time I was working as an accountant for the Ministry of Finance in Syria while studying for a master in Banking&Finance. We have lived long in the hope that this war would have ended soon, but it kept going on and on.

 

Afterwards, I decided to flee my homeland with my older brother: we started from Lebanon and we had to take a boat from Lebanon to Turkey. In Tarablus harbour (Lebanon) there were more than 10.000 Syrians with many babies and it was so sad to look at those people who were just like me and had to leave their old life behind to start everything new in a country they have never seen before. We have waited 48 hours before the Lebanese police allowed us to get on board and while waiting I have met so many people there who shared plans and ideas. Most of the people wanted to reach Germany because Chancellor Angela Merkel announced that “Refugees from Syria are welcome to Germany”. Others wanted to go to England since they spoke English or to Sweden because other family members were already living there.

 

The ship started to move at 10 a.m. It was my first time on a ship. We arrived in Turkey at 4 p.m. The village was very small and from there we took a bus to Azmer, the journey has lasted 15 hours and then from Azmer we headed to a small nice city called Cesma. It was hard to communicate with people in Turkey since most of them don’t speak English and none of us knew Turkish. We booked a room in a hotel and finally after 4 exhausting days I could take a shower and sleep decently. After 3 days in Cesma we met a smuggler and headed to Greece. We started our journey at 5 p.m. and after 12 hours -at 5 a.m.- we arrived on a very beautiful island in Greece. Few hours later we took a ferry to Athens where we arrived at 1 p.m. and we decided to continue our journey with 2 guys from Syria.

 

We’ve spent 2 days in Athens and got ready for the second part of our journey: we had to buy jackets, clothes and food since we were forced by smugglers to leave all our belongings in Turkey. We took a bus to the Macedonian borders and we crossed them smoothly before taking a train to Serbia. There we had to walk more than 3 hours in the sun at midday so some people fainted while others got a sunstroke. Luckily enough our group was alright. A bus drove us to Budapest where we realised that Hungarian borders were closed so we had to stay there for a few days till Croatia opened its borders to refugees. As soon as we got there we met people from numerous countries: Iran, Iraq, Afghanistan, Pakistan, India, Bangladesh and of course Syria. In the early morning we took a train to Zagreb where we could rest for a while before leaving again to Austria. At that point I realised that the hardest part of our journey was over and it was just a matter of time till we reached our final destination: Germany.

 

As we arrived in Germany we found so many people smiling and waving to us. The first sentence I have heard in Germany was “Welcome to Germany. You are finally safe here“.

 

by Rami, Syria

 

 Zu Deutsch: „Willkommen in Deutschland. Hier bist du endlich sicher!“
 (übersetzt von Johanna Schäfer)
🙂
Hallo Zusammen,
 
ich bin Rami und komme aus Syrien. Maria habe ich in der Bonner Zentralbibliothek (Haus der Bildung) beim ersten Buchclub-Treffen im April kennengelernt. Bei diesem Anlass hat Larissa Bender uns ihr Buch „Innenansichten aus Syrien“ vorgestellt, eine Geschichtensammlung mit Interviews und Augenzeugenberichten aus dem Syrischen Krieg. Maria bot mir ihre Hilfe beim Deutschlernen an und so begannen wir uns regelmäßig zu treffen. Außerdem stellte sie mir ihren interkulturellen Blog vor und lud mich ein über meine Reise von Syrien nach Deutschland zu berichten.
 
Syrien war ein sehr schönes Land bevor der Krieg begann – ein friedvolles und glückliches Land. Plötzlich, urplötzlich, fanden wir uns in der Hölle wieder. Wir konnten nicht glauben, dass das, was in Syrien vor sich ging, real war…  Am Anfang dachten wir, es wäre nur eine Frage der Zeit, dass wir zu unserem alten Leben zurückkehren können. Zu dieser Zeit arbeitete als Buchhalter im syrischen Finanzministerium und studierte im Master „Banking&Finance“. Wir lebten lange in der Hoffnung, dass dieser Krieg bald enden würde, doch er dauerte weiter an.
 
Und so entschied ich mich aus meinem Heimatland mit meinem älteren Bruder zu fliehen: wir starteten im Libanon und wir mussten ein Boot von dort in die Türkei nehmen. Im Hafen von Tarablus waren mehr als 10.000 Syrer mit vielen Babies. Es war sehr traurig mit anzusehen, dass all diese Menschen, so wie ich, ihr altes Leben zurücklassen mussten, um einen Neuanfang in einem Land zu wagen, das sie zuvor noch nie gesehen hatten. Wir mussten 48 Stunden warten bevor die libanesische Polizei uns erlaubte an Board zu gehen. Während wir warteten, habe ich viele Menschen getroffen, die mit mir ihre Pläne und Ideen teilten. Die meisten Menschen wollten Deutschland erreichen, weil Kanzlerin Merkel verkündet hatte: „Flüchtlinge aus Syrien sind in Deutschland willkommen“. Manche wollten nach England, da sie Englisch sprachen, andere wiederum nach Schweden, weil Familienangehörige dort bereits lebten.
 
Das Schiff fuhr um 10 Uhr morgens los. Es war meine allererste Bootsfahrt. Um vier Uhr nachmittags kamen wir in der Türkei an. Das Dorf in dem wir ankamen, war sehr klein. Von dort nahmen wir einen Bus nach Azmer. Diese Reise dauerte 15 Stunden und von Azmer ging es in die schöne kleine Stadt namens Cesma. In der Türkei war es schwer mit den Menschen zu kommunizieren, da die meisten von ihnen kein Englisch sprachen und von uns niemand Türkisch beherrschte. Wir buchten einen Raum in einem Hotel und nun konnte ich endlich nach 4 erschöpfenden Tagen eine Dusche nehmen und anständig schlafen. Nach 3 Tagen in Cesma lernten wir einen Schmuggler kennen und setzen nach Griechenland über. Um 5 Uhr nachmittags begann die Reise bei der wir nach 12 Stunden (um 5 Uhr morgens) auf einer schönen Insel in Griechenland ankamen. Nur wenige Stunden später nahmen wir eine Fähre nach Athen, wo wir um 1 Uhr mittags eintrafen. Wir entschieden uns, unsere Reise mit 2 weiteren Syrern fortzusetzen. 
 
Wir verbrachten 2 Tage in Athen und bereiteten uns auf den zweiten Teil unserer Reise vor. Wir mussten Jacken, Kleidung und Lebensmittel kaufen, da wir von den Schmugglern dazu aufgefordert wurden, all unser Hab und Gut in der Türkei zu lassen. Wir nahmen einen Bus zur mazedonischen Grenze und passierten sie einfach, um anschließend mit dem Zug nach Serbien zu fahren. Von da an mussten wir 3 Stunden in der Mittagssonne marschieren – manche wurden ohnmächtig, andere bekamen einen Hitzschlag.  Glücklicherweise ging es aber auch noch manchen aus unserer Gruppe gut. Ein Bus fuhr uns von dort nach Budapest, wo wir feststellen mussten, dass Ungarn die Grenzen geschlossen hatte, was für uns bedeutete, dass wir dort ein paar Tage stecken blieben, bis Kroatien die Grenzen für Flüchtlinge öffnete. Sofort als wir ankamen, trafen wir Menschen aus zahlreichen Ländern: Iran, Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Bangladesch und natürlich aus Syrien. Am frühen Morgen reisten wir mit dem Zug nach Zagreb. Dort blieben wir eine Weile bevor wir nach Österreich aufbrachen. Zu diesem Zeitpunkt realisierte ich, dass der schlimmste Teil der Reise hinter mir lag und es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis wir unser Reiseziel erreichen: Deutschland.
 
Als wir in Deutschland ankamen, fanden wir viele lächelnde Menschen vor, die uns zuwinkten. Den ersten Satz, den ich in Deutschland hörte, lautete „Welcome to Germany. You are finally safe here.“
 
Von Rami aus Syrien
 Auf Italienisch: „Benvenuti in Germania. Finalmente siete al sicuro!“
(übersetzt von Maria Grazia Patania)
🙂

 

Ciao a tutt*,

Mi chiamo Rami e vengo dalla Siria. Ho conosciuto Maria ad Aprile durante il primo incontro del BookClub organizzato nella libreria pubblica di Bonn quando Larissa Bender ha presentato il suo libro “Innenansichten aus Syrien”, una raccolta di storie, interviste e testimonianze sulla guerra in Siria. Maria si è offerta di aiutarmi a  imparare il tedesco e abbiamo iniziato a incontrarci regolarmente. Mi ha parlato di questo blog multiculturale chiedendomi di raccontare il mio viaggio dalla Siria alla Germania.

 

Prima della guerra la Siria era un paese molto bello e felice dove regnava la pace. D’un tratto ci siamo ritrovati all’inferno. Non riuscivamo a credere che quello che stava succedendo in Siria fosse vero… All’inizio pensavamo che presto tutto sarebbe tornato alla normalità. All’epoca lavoravo come contabile al Ministero delle Finanze e frequentavo un master in Banking&Finance. A lungo abbiamo vissuto nella speranza che la guerra finisse presto, ma purtroppo così non è stato.

 

Poi ho deciso di scappare dal paese insieme a mio fratello maggiore. Il viaggio è iniziato  dal Libano dove ci siamo imbarcati per la Turchia. Nel porto di Tripoli (Libano) c’erano oltre 10.000 siriani con tanti bambini piccoli: era veramente triste osservare quelle persone che proprio come me hanno dovuto lasciarsi la vecchia vita alle spalle per ricominciare da zero in un posto sconosciuto. Abbiamo aspettato 48 ore prima che la polizia libanese ci facesse imbarcare e durante l’attesa abbiamo conosciuto molte persone con cui abbiamo condiviso piani e idee. La maggior parte delle persone voleva arrivare in Germania perché la Cancelliera Angela Merkel aveva annunciato che “I rifugiati siriani sono i benvenuti in Germania”. Altri volevano andare in Inghilterra perché parlavano inglese e altri ancora in Svezia perché lì avevano dei familiari.

 

La nave è salpata alle 10 del mattino ed era la mia prima volta su una nave. Siamo arrivati alle 4 del pomeriggio in un piccolo villaggio della Turchia. Da lì abbiamo preso un autobus diretto ad Azmer. Abbiamo viaggiato per 15 ore e poi da Azmer ci siamo diretti verso una piccola città chiamata Cesma. Dal momento che in Turchia la maggior parte delle persone non parlava  inglese e nessuno di noi parlava turco, la comunicazione era molto complicata. Abbiamo preso una stanza in un hotel e finalmente dopo 4 giorni estenuanti ho potuto fare una doccia e dormire decentemente. Passati 3 giorni a Cesma, abbiamo incontrato un trafficante e ci siamo diretti in Grecia. Il nostro viaggio è cominciato alle 5 del pomeriggio ed è durato 12 ore: alle 5 del mattino dopo siamo arrivati su un’isola greca molto bella. Qualche ora dopo abbiamo preso un traghetto diretto ad Atene dove siamo arrivati alle 13 e abbiamo deciso di proseguire il viaggio con due ragazzi siriani.

 

Dopo 2 giorni ad Atene ci siamo preparati alla seconda parte del viaggio: abbiamo dovuto comprare giacche, vestiti, cibo perché i trafficanti non ci avevano permesso di portare nulla a bordo e quindi avevamo lasciato tutti i nostri averi in Turchia. In autobus siamo arrivati alle frontiere macedoni che abbiamo superato senza intoppi e da lì abbiamo proseguito in treno fino in Serbia. A quel punto abbiamo dovuto camminare oltre 3 ore sotto il sole cocente tanto che alcune persone sono svenute e altre hanno avuto una insolazione. Per fortuna nel nostro gruppo stavamo tutti bene. In bus abbiamo poi raggiunto Budapest dove siamo venuti a sapere che l’Ungheria aveva chiuso le frontiere e quindi ci siamo dovuti fermare lì per alcuni giorni finché la Croazia non ha aperto le sue frontiere ai rifugiati. Una volta giunti alle frontiere croate, abbiamo incontrato moltissime persone proveniente da pesi diversi: Iran, Iraq, Afghanistan, Pakistan, India, Bangladesh e Siria. La mattina presto siamo partiti in treno per Zagabria dove ci siamo potuti riposare prima di ripartire in direzione Austria. E’ stato qui che ho capito che la parte peggiore del viaggio era passata e ormai raggiungere la nostra meta finale -la Germania- era solo questione di tempo.

 

Appena giunti in Germania ad aspettarci c’erano moltissime persone che ci sorridevano e ci salutavano. La prima frase che ho sentito al mio arrivo in Germania è stata “Benvenuti in Germania. Finalmente siete al sicuro!“.

Di Rami, Siria

(traduzione di Maria Grazia Patania, revisione di Francesca Colantuoni)

 

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